Eigentlich glaub ich ja nicht an Horroskope.
Aber seit heute weiß ich, dass ich nicht - wie bisher angenommen - als Wassermann mit Aszendent Fisch geboren bin, sondern als Wassermann mit Aszendent Wasserman.
Ich kann noch nicht genau sagen, warum, aber irgendwie gefällt mir das.
Lucretia - 13. Jan, 16:16
…ein Wort aus meiner Kindheit, das ich lange nicht mehr gehört habe und mir aus heiterem Himmel wieder eingefallen ist. Und ich verbinde es mit dem Eislaufplatz in unserer adretten Kleinstadt.
Dieser Eislaufplatz war immer DER Treffpunkt für uns Kinder, in einer Zeit, in der ich, schon nahe der Pubertät, richtig
buamanarrisch war.
Denn: besonders toll war dort natürlich das Eislaufen mit den Buben.
Am liebsten habe ich Abfangen gespielt.
Da wurde ich ENDLICH beachtet, denn ich konnte fast so schnell laufen wie die Buben.
Ein Mädchen gab es allerdings, das noch schneller war, sie war unser Star, die Sandra. Alle Mädchen wollten so sein wie sie. Unangestrengt souverän, richtig cool, rundum beliebt - und das bereits mit 12 Jahren.
Herbert war auch immer dort.
Er war schon 16 und hat mich kaum eines Blickes gewürdigt.
Am Eislaufplatz war ich zum ersten Mal in meinem Leben verliebt.
Lucretia - 13. Jan, 10:13
Jetzt wurde ich gebeten, für die Website der Jazz-Tanzband, bei der ich neuerdings singe, eine kurze Biographie zu meinem musikalischen Werdegang zu erstellen.
Also habe ich einfach drauf losgeschrieben.
Das Ergebnis kann sich so sicher nicht sehen lassen - ist nämlich VIEL zu lange, VIEL zu persönlich und VIEL zu unspektakulär...
Aber es ist einfach so aus mir rausgeflossen, daher stelle ich es jetzt einfach hier herein.
Also: falls wer die ganze Litanei trotzdem lesen mag - bitte sehr!
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Zuerst das Resumee:
- Man ist sehr selten für etwas zu alt, auch wenn es alle anderen glauben.
- Es ist besonderes Glück, etwas tun zu können, das man liebt!
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Nun denn:
Mein musikalischer Werdegang
Bereits früh großes Interesse für (klassische) Musik.
Musikschule ab 7. Lebensjahr (Wiener Horn, Chor)
1982
zum ersten Mal ö3 Hitparade gehört und bemerkt, dass es auch andere Musik als Klassik und Waterloo&Robinson (deren Musik meine große Schwester im gemeinsamen Zimmer gerne und ausdauernd hörte) gab.
Hab mich damals in beim ersten Hören in die Songs „Why Did You Do That“ von Stretch und „Last Night a DJ Saved My Life“ verliebt, ohne zu wissen, was Funk ist.
1982 -1983
einige TV-Auftritte bei Heinz Conrads am Samstag abend
Diese Auftritte waren sehr aufregend für mich, jedoch nicht so rasend schicksalshaft. Aber sie sind bis dato meine einzigen Solo-Gesangs-Auftritte im ORF, daher sollen sie hier erwähnt sein. :-)
Währendessen mit Waldhorn und Stimme nach wie vor in der Musikschule des Heimatortes und den damit verbundenen Ensemles tätig.
Und das sehr gerne, obwohl die städtische Blasmusik als absolut "uncool" galt.
Weiters: Jugend-Bigband, Kinderchor, später Hayden-Chor und damit auch verschiedene Auftritte und Konzerte… eine tolle und bunte Erfahrung, die ich v.a. meinen ausgezeichneten Lehrern von damals verdanke. War eine wirklich schöne Zeit an der Musikschule!
In dieser Zeit wurde auch meine Liebe zum Jazz geweckt, durch meine Mitwirkung in den verschiedenen Bläser-Ensembles.
Besonders ist mir die Nummer „Hick-ups“ im Gedächtnis geblieben, leider weiß ich nicht mehr, von wem sie war.
Damals fing ich auch an, Tonträger zu horten.
Meine ersten beiden:
- Queen „Greatest Hits 1“ auf Musikkassette
- Klaus Nomi „Encore“ auf LP
… habe beide geliebt und fast „zu Tode“ gespielt
1984 – 1990
musikalischer Wildwuchs, habe querbeet Musik „entdeckt“ (damals auf MC und LP) - damalige Favourites u.a.:
The Doors, Tom Waits, The Cure, Velvet Underground, David Bowie, Jesus Crist Superstar, Manhattan Transfer, Hair, George Benson, Don McLean, Ian Dury, Rocky Horror Picture Show …
… nicht zu vergessen auch meine selbst - direkt vom Radio - aufgenommenen Musik-Mixes mit den „tollen“ Übergängen.
Gleichzeitig begann sich herauszukristallieren, dass ich mit Hipp-hopp und Techno nicht besonders viel anfangen kann und blieb ausserdem der klassischen Musik weiterhin treu.
1990
Abschied von der Musikschule, da es mich in die Ferne zog … und gleichzeitiger Beginn einer langen Phase, in welcher ich Musik nur passiv erlebte.
Mir war damals noch nicht klar, WAS für ein Abschied das in Wirklichkeit war.
Damalige Favourites:
Rolling Stones, Blood-Sweat&Tears, Marianne Faithfull, Lou Reed, James Brown, Jethro Tull, James Brown …
1992
Kieferbruch und somit endgültiges Ende der „Karriere“ als Hornistin.
Trotzdem: ungebrochene Liebe zur Musik.
1994
Umzug nach Wien.
Es war die Zeit, in der der “Blues” begann:
Sonny Terry & Brownie McGhee, Junior Wells, Johnny Mayhall and the Bluesbrakers, John Lee Hooker
Habe bemerkt, was für gute Live-Musik man in Wien erleben kann.
Das wiener Lokal „Papas Tapas“ ist bald zu meinem zweiten Wohnzimmer mutiert.
1996 - 1997
noch mehr Musik aus den 70ern: War, ACDC, Rare Earth, Tower of Power, Aretha Franklyn, Otis Reding, Stretch, Jimmy Hendrix …
In der Zeit geschahen zwei einschneidende Ereignisse:
1.) ein Livekonzert einer wiener Band. Ich sah die Background-Vocals und ich wusste: DAS möchte ich machen!
2.) ich habe einen Musiker kennen gelernt. Dem habe ich erzählt, dass ich sooooo gerne einmal Background singen würde….(* =>)
1999 - 2003
Eines meiner ablsoluten Lieblings-Alben fand den Weg zu mir: „Houses of the Holy“ von Led Zeppelin.
Damit ist auch meine Liebe zur Gitarre geweckt worden.
(<=*)….und dann, 1999, war es endlich soweit:
meine erste Band!!
Endlich das Ende der musikalischen Passivität und Start als Background-Sängerin bei einer Hobby-Band.
Wir spielten diverse Rock-Covers und es gab’s immerhin 2 Auftritte…!
Unser Lead-Sänger war ein Gott, der Bandchef damals noch geduldig und wir Backgroundmädels waren wirklich ambitioniert …
Es war einfach schön -und es war endich REALITÄT…!
Es hat sich herauskristallisiert, dass ich offenbar wirklich ein Talent für den Background habe, weil ich von Anfang an gut darin war, mehrstimmige Sätze zu arrangieren und meine Stimme zu halten.
Dann: stimmliche Weiterentwicklung, dafür aber große Einbußung des stimmlichen Selbstvertrauens … leider habe ich keine große Stimme.
Hinter meiner Stimme steckt v.a. viel Arbeit.
2003 - 2005
Es folgen diverse Bands, jeweils im Background.
V.a. bei einer dieser Bands konnte ich wirklich viel lernen: bei einer Blues-Brothers-Cover Band.
3 Jahre war ich dabei und habe bemerkt, was es eigentlich heißt, Teil einer Band zu sein.
Auftritte hatten wir u.a. in der Arena und am Donauinselfest.
Parallel dazu Auftritte und erste CD-Aufnahmen mit anderen Bands, jeweils auch im Background.
Schliesslich kam der Wunsch nach mehr – raus aus dem Background und in den Vordergrund!
2005
war es dann soweit: ich traute mich, mir meinen Traum zu verwirklichen:
eine Jazzband - und „meine“ erste Band, bei der ich die Leadstimme singe!
Musikalisch und zwischenmenschlich recht anspruchsvoll, wie es halt ist, wenn verschiedene Menschen aufeinander treffen.
Und trotzdem steckt mein Herzbut drinn …
Repertoire: …. u. a. „Lucretia McEvil“ von Blood, Sweat & Tears …. NIE hätte ich gedacht, dass ich je dieses Lied singen würde!
Es folgen diverse Auftritte in den „einschlägigen“ Lokalen Wiens. Manche Auftritte sind gut, manche leider grottenschlecht :-).. aber trotzdem machen wir weiter.
2007
im Mai: ein Auftritt mit der Jazzband im „Reigen“ (Hurra!)
Bin dann bei einem Auftritt mit der Jazzband von einer Profi-Jazz/Tanzband angesprochen und als Substitut-Sängerin engagiert worden.
Wir sind bereits heftig am Proben und ich bin sooooo klein mit Hut, weil die anderen Sängerinnen einfach saugut sind … aber ich versuche, nicht daran zu denken und üben / üben / üben …
Mein Wunsch für meine musikalische Zukunft:
Eines Tages eine wirklich gute und gefragte Sängerin zu sein, die ihre Nische gefunden hat. Und die weiterhin liebt, was sie tut.
Lucretia - 1. Aug, 11:05
Ich liebe es,
- wenn ich um 2h früh in Spaghettiträger-Kleid und Flipp-Flopps zu Fuß quer durch die Stadt nach Hause gehe, und der Boden noch immer nachglüht.
- in der Nacht bei offenem Fenster im Bett zu liegen und von draussen das Konzert der Grillen zu hören, obwohl ich mitten in der Stadt lebe.
- am Abend nach dem Büro auch noch um 9 Uhr im See / in der Alten Donau baden zu können.
- ständig Luft an meine Haut lassen zu können und zu spüren, wie gut ihr das tut.
- mich an eine Empfindung wie „frieren“ nur dunkel erinnern zu können.
- dieses ganz spezielle Sommer-Abenteuer-Gefühl wie damals in den Schulferien zu spüren, das nur entsteht, wenn’s richtig heiß ist.
- wie sehr mich diese Hitze entspannt, mich langsamer und trotzdem energiegeladener macht.
- die Nacht bis zum Morgengrauen durchzutanzen und den Sonnenaufgang zu sehen.
- keinen Föhn zum Haaretrocknen zu brauchen.
- mich in der Nacht auf den noch warmen Boden des Balkons zu legen und die Sterne anzuschauen.
Ich oute mich hiermit als die eine Wienerin, die diese Hitze wirklich liebt.
Lucretia - 19. Jul, 14:49